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4. Juni 1977

Es waren zwölf Minuten, die Geschichte machten. Mit einem kleinem, leistungsschwachen Sender und einer Antenne, die symbolträchtig auf einem Strommast der französischen Elektrizitätsgesellschaft „EDF" installiert worden war, wurden die ersten Sendeminuten vom damaligen „Radio Verte Fessenheim" ausgestrahlt. Zum Thema Atomkraft sollte eine ‚Gegenöffentlichkeit‘ hergestellt werden, denn von den herrschenden Medien damals war dazu noch kein kritisches Wort zu erwarten.

Das Radio bot viele Möglichkeiten: Man konnte sich unverzüglich Gehör verschaffen, etwa wenn ein Störfall aus Fessenheim zu vermelden oder eine Demo anzukündigen war. Das Medium Radio erreichte damit im Sendegebiet (dem ‚Dreyeckland‘) auch eine höhere Identifikation als etwa eine Zeitung. Am wichtigsten war aber der Schritt vors Mikrofon selbst, sich ausdrücken zu können, eigenmächtig, ungeschnitten und ungefiltert. Ein eigenes Medium zu haben, in dem man sich selbst einschalten konnte.

Auch nach 30 Jahren ist sich Radio Dreyeckland treu geblieben und bleibt einer kritischen, emanzipatorischen Perspektive verpflichtet. Sozialen Bewegungen bietet es noch immer eine Plattform, versteht sich dabei aber auch als bewegungskrtisches Medium. Und es bietet weiterhin die Möglichkeit sich eigensinnig auszudrücken, ohne Quotendruck, ohne formale Zwänge. Das schlägt sich im ganzen Programm nieder: Welches andere Radio bietet eine solche Vielfalt an Musikstilen und eine solche Breite an Sendungen in anderen Sprachen?

Freies Radio bedeutet aber nicht Beliebigkeit! Programmgrundsätze wie Antirassismus und Antinationalismus stehen für eine politische Grundhaltung. Und selbstverständlich bleibt RDL nichtkommerziell. Damit ist es aber auch auf Unterstützung angewiesen. Werdet Mitglied im Freundeskreis von Radio Dreyeckland!

30 Jahre also!

Wir freuen uns darauf mit euch zu feiern! Alle Hörerinnen und Hörer sind herzlich eingeladen! Auf der Homepage von Radio Dreyeckland findet Ihr mehr zu den Veranstaltungen rund um rdl30.